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Immer noch alles gut – Mythen Kultureller Bildung

16.11.2017

2013 veröffentlichte der »Rat für Kulturelle Bildung« die Schrift »Alles immer gut – Mythen Kultureller Bildung«. Sie sollte »die Szene«, also Politiker_innen, Verbände, Wissenschaftler_innen und Praktiker_innen, Kultureller Bildung aufrütteln und deutlich machen, dass einiges, was in der Öffentlichkeit, aber auch auf Fachtagungen über Kulturelle Bildung reproduziert wird, nicht immer der Wahrheit entspricht bzw. differenziert betrachtet werden muss. Ein Ergebnis der Publikation war die Forderung, dass es im Feld der Kulturellen Bildung an verlässlichen Daten und Fakten mangelt und zudem an einem kritischen Diskurs in der Disziplin insgesamt. Diese »Gründungsschrift« des Expertenrates für Kulturelle Bildung sollte zudem den Rat als weiteren Akteur in der Szene einführen.

Schulen sehr unterschiedlich aufgestellt
Seit 2013 ist einiges in der Kulturellen Bildung bundesweit passiert. So wurden drei breit angelegte Forschungsförderrichtlinien des Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMBF) sowie das Programm »Kultur macht stark« aufgelegt und zahlreiche Projekte und Programme von anderen Bundesministerien, Ländern und Kommunen zur Kulturellen Bildung veranlasst. Immer noch sind wir jedoch von einer bundesweiten Transparenz, wieviel Ressourcen für Kulturelle Bildung aufgewandt werden, wer teilnimmt und was wo passiert weit entfernt. Es gibt immer noch kein bundesweites Monitoring Kultureller Bildung. Die Schulen sind sehr unterschiedlich im Bereich der ästhetischen Bildung aufgestellt und immer noch bestehen nachgewiesenermaßen große Unterschiede in der Versorgung mit Angeboten Kultureller Bildung abhängig von den Schularten und vom sozioökonomischen Hintergrund der Eltern. Bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche leiden unter einem schwächeren Angebot und schlechteren Zugang (zu) Kultureller Bildung. (Außerschulisch tätige) Fachkräfte Kultureller Bildung sind meist schlecht bezahlt und in ländlichen Gebieten ist die Angebotsstruktur sehr viel dünner als in urbanen Räumen.

VR Vortrag

 

 

 

 





Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, Direktorin der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel sowie Professorin für Kulturelle Bildung am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und seit 2013 Mitglied des Rates für Kulturelle Bildung spricht auf dem 10. Jugendkunstschultag Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen über die Mythen Kultureller Bildung.

VR Vortrag II

 

 



















Auch in der Wirkungsforschung wurden in den letzten Jahren Erkenntnisse erzielt, allerdings sind diese sehr kritisch zu betrachten und geben kaum Antworten auf die »großen« Praxisfragen. In Zukunft muss es darum gehen, die richtigen, d.h. vor allem praxisrelevante Forschungsfragen zu stellen und die Struktur der Angebote mit gegenstandsangemessenen Methoden genauer unter die Lupe zu nehmen.

Fachtagung und Publikation
Unter dem Titel »VON MYTHEN ZU ERKENNTNISSEN? Gegenwart und Zukunft empirischer Forschung zur Kulturellen Bildung« fand letztes Jahr vom 25. bis 27. Oktober  die 7. Jahrestagung des Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung in Zusammenarbeit mit dem Stiftungsverbund Rat für Kulturelle Bildung e.V. und der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel statt. Rund 160 Forscher_innen und Praktiker_innen diskutierten auf der ausgebuchten Tagung, welche Forschungsfragen gestellt und methodischen Zugänge gewählt werden müssen, um gesicherte Erkenntnisse zu Wirkungen Kultureller Bildung formulieren zu können.

Mythen

Im kopaed-Verlag ist jetzt die Publikation zur Tagung erschienen: Hier bestellen

Konietzko, S./ Kuschel, S./ Reinwand-Weiss, V.-I. (2017) (Hrsg.). Von Mythen zu Erkenntnissen? Empirische Forschung in der Kulturellen Bildung. kopaed: München.

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